Angebot

Pädagogische Grundsätze

Die Pädagogik der Sonnegg folgt dem Prinzip des kompetenz- und lösungsorientierten Ansatzes.
Unser Konzept misst sich zudem an der Realität, und das Tag für Tag.

Strategische Ausrichtung: „Lebensschulung“ als pädagogisches Konzept.

 

Das pädagogische Konzept schliesst die Förderung der jungen Frauen während der Lebensphase in der Sonnegg sowie dem Übergang in die nächste Lebensphase ein. Kern des pädagogischen Konzeptes ist die Lebensschulung. Basierend auf einer individuellen Förderung im sozialen Kontext steht die Befähigung im Zentrum, das Alltagsleben sinnvoll und erfolgreich zu gestalten.

 

Dazu stellen wir eine entwicklungsadäquate, ressourcenabgestützte und individuelle Förderung im Alltagsleben sicher. Darin integriert sind sozialpädagogische, psychologische und schulische Betreuung, Kriseninterventionen innerhalb der Institution mittels des Pädagogisch-Therapeutischen Intensivangebotes (PTI).

 

Durch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern (Eltern/Familie, zuweisende Behörden, Vereine, UPD, externe Psychologen, Wochenplatz, ...) werden die verschiedenen pädagogischen und psychologischen Einwirkungen koordiniert und integriert. Dabei verfolgen wir einen hohen professionellen Anspruch.

 

In Belp arbeiten wir mit den jungen Frauen unter anderem an zehn Schlüsselkompetenzen:

  • Einsatzfreude
  • Lernbereitschaft
  • Selbstständigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Pünktlichkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Ausdauer
  • Ordnungssinn
  • Teamfähigkeit
  • Höfliche Umgangsformen

 

 

Was ist KOSS?

 

KOSS - Kompetenzorientierung

 

Unter dem Motto «Lernen in drei Phasen und an drei Orten» unterstützt die Sonnegg junge Frauen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Auf Basis der Kompetenzorientierung (KOSS[1]) erarbeiten wir mit den jungen Frauen ihre Entwicklungsaufgaben und unterstützen sie darin, diese so weit wie möglich zu bewältigen. Während des Aufenthaltes in unserer Institution ist es für uns ein besonderes Anliegen, die Zusammenarbeit und Mitwirkung der Eltern der jungen Frauen selbstverständlich mit einzubeziehen.

 

 

Aufnahmeprozedere     

 

Die Aufnahme erfolgt nach Anmeldung bei der Gesamtleitung Sonnegg durch die zuweisende Behörde/Eltern zum GVP (Gemeinsames Verstehen und Planen).

 

Der Eintritt in die Sonnegg erfolgt in der Regel  zeitnah, im Anschluss an das erfolgreich durchgeführte GVP.

 

 

Nach Eintritt der jungen Frau erfolgen die folgenden drei Phasen:

 

Diagnostikphase

In der Diagnostikphase entsteht zwischen der jungen Frau und der Prozessverantwortlichen eine arbeitsfähige Betreuungsbeziehung, die die Elternzusammenarbeit selbstverständlich mit integriert. Die Diagnostikphase dauert drei Monate und dient dem Einleben und Kennenlernen des Betreuungs- und Lernangebotes Wohnen/Schule Sonnegg.

 

In der Förderplanung nach KOSS geht es darum, in diesen drei Monaten die persönlichen und schulischen Entwicklungen der jungen Frau zu diagnostizieren und wird mit einem Verlaufsbericht und einem Verlaufsgespräch mit allen beteiligten Personen abgeschlossen. Das Ergebnis dieser Diagnostikphase ist eine konkrete Zielsetzung für die nächste Phase, die zusammen mit der jungen Frau und den Eltern erarbeitet wurde.

 

Interventionsphase

Die Interventionsphase setzt eine Vereinbarung zwischen der jungen Frau, den Eltern und den Fachpersonen der Sonnegg voraus.

 

Ziel der Interventionsphase ist es, dass die junge Frau ihre erarbeiteten Ressourcen und Fähigkeiten in ihrem ganz persönlichen Alltag umzusetzen versteht und dabei von der Wohngruppe, der Schule und auch dem internen Therapieangebot individuell unterstützt wird.

 

Regelmässig durchgeführte Verlaufsbesprechungen gehören zur intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten und geben Überblick über individuelle Entwicklungsschritte. Zielsetzungen werden ressourcenorientiert ausgewertet,  allenfalls neu definiert und die Lern- und Entwicklungsfortschritte in den Verlaufsberichten dokumentiert. 

 

Austrittsphase

Ist die  Interventionsphase abgeschlossen, beginnt die individuell geplante Austrittsphase. Uns ist es ein Anliegen, gemeinsam mit der jungen Frau und den Eltern, eine nachhaltige Anschlusslösung zu erarbeiten und zu finden.

 

Die Austrittsphase wird in Zusammenarbeit mit allen drei Bereichen der Sonnegg geplant und beinhaltet auch einen bewusst gestalteten Abschied von unserem Unterstützungsangebot.

 

Es ist unser Interesse, auch nach Austritt aus der Sonnegg, der jungen Frau eine Kontaktmöglichkeit zu uns anzubieten.

 

Drei Orte

Während des Aufenthalts arbeiten die drei Bereiche der Sonnegg – Wohnen, Schule und Therapie –eng zusammen. Die individuell ermittelten Ziele und Lernschritte werden anschliessend an drei Orten umgesetzt:

 

 

Wohngruppen

Die Sonnegg bietet drei Wohngruppen mit jeweils sechs Betreuungsplätzen an. Während ihres Aufenthalten haben die jungen Frauen Gelegenheit mit Fachpersonen und anderen Jugendlichen zusammen ganz entscheidende Fähigkeiten für ein selbständiges und gelingendes Leben zu erwerben.

 

Schule

Die vorhandenen schulischen Fähigkeiten werden systematisch erfasst und erweitert, so dass dank einer individuellen Lernförderung der Anschluss an eine berufliche Ausbildung gewährleistet ist

 

Therapie

Belastende Erlebnisse aus der Biographie und psychische Belastungen werden erfasst und bearbeitet, damit neue Verhaltensmöglichkeiten möglich werden.

 

(KOSS)[1].

 


[1] Vgl. Cassée, K. & Spanjaard, H. (2011). KOSS-Manual. Handbuch für die kompetenzorientierte Arbeit in stationären Settings. (2. Aufl.). Bern: Haupt.